Pfarrkirche Graz-Liebenau St. Paul

Liebenau gehört seit dem 13. Jahrhundert zur Pfarre St. Peter (erstmals 1277 urkundlich erwähnt). Am Beginn dieses Jahrhunderts begannen die Bestrebungen, für Liebenau ein eigenes Gotteshaus zu bekommen. Der 1. Weltkrieg verhinderte dies jedoch.
Im Jahre 1932 lebten die Bemühungen wieder auf, wurden aber durch den erneuten Kriegsausbruch 1939 zunichte gemacht. Nach Kriegsende schließlich war eine Gruppe von Christen um Frau Dr. Hedwig Ehmann aktiv, die 1947 den Bau der 1. Notkirche durchsetzten.
Barackenkirche
Eine Baracke wurde an den jetzigen Standort übertragen und deren Innenraum mit einfachen Mitteln zu einem würdigen Kirchenraum umgestaltet. Liebenau hatte seine Notkirche, die am 21. Nov. 1948 geweiht wurde. Zum Patron wählte man den hl. Apostel Paulus. Die Barackenkirche, die unter Denkmalschutz gestellt ist, stand westlich vom Pfarrhaus und wurde 1992 zum Begegnungs- und Kulturzentrum umgestaltet. Am 1. Juli 1949 erhob Bischof Ferdinand Pawlikowski Liebenau-St. Paul zur selbständigen Pfarre.
Herr Franz Neumann wurde ihr erster Pfarrer. Das Pfarrgebiet umfasste Liebenau, Engelsdorf, Neudorf, Thondorf und Murfeld. Damals zählte die Pfarre 7119 Einwohner, davon waren ca. 6000 Katholiken. Am 26. Oktober 1958 übernahm Herr Franz Lechner als Pfarrer Liebenau/St. Paul.
Durch den raschen Bevölkerungszuwachs wurde es notwendig, zwei neue Pfarren, "St. Christoph" in Thondorf im Süden (1981) und das Seelsorgezentrum Graz-Süd "Christus der Auferstandene" (1978) im Norden des Pfarrgebietes zu gründen.
1979 wurde ein eigener Pfarrkindergarten nach Plänen von Frau Arch. D.I. Heidrun Hussa gebaut, der 1980 von den Kindern bezogen wurde.
Neue Kirche
Mit Wirkung vom 14. September 1980 kam Dr. Oskar Veselsky in die Pfarre Liebenau/St. Paul mit dem Auftrag, den Neubau einer Kirche zu realisieren. Er hat wesentlich den Charakter dieses neuen Gotteshauses geprägt, und der Pfarrgemeinderat mobilisierte all seine Kräfte, um dieses Vorhaben durchzuführen. 1982 wurde ein Architektenwettbewerb veranstaltet, und das Projekt des Architekten Dipl. Ing.Reinhard Schöpf aus Graz entsprach den Vorstellungen des Pfarrgemeinderates als schlichtes Gotteshaus mit klaren Linien und wurde daher realisiert. 1984 wurde der Kirchenbauverein Graz Liebenau-St. Paul gegründet, um den Neubau und die Ausgestaltung zu fördern. Die Spatenstichfeier fand am 7. Oktober 1984 statt, am 14. Oktober 1985 wurde mit dem Bau begonnen und schon am 21. Sept. 1986 erfolgte die Grundsteinlegung.
Pfarrer Johann Jandrasits übernahm die Pfarre am 1. September 1986, mitten im Baugeschehen. Am Tage vor der Kirchweihe nahmen die Christen Abschied von der Notkirche, und nach zweijähriger Bauzeit, am 11. Oktober 1987, weihte Diözesanbischof Johann Weber das neue Gotteshaus. Seit September 1994 war Mag. Wolfgang Schwarz Pfarrer der Pfarre Liebenau/St. Paul. Er setzte sich sehr für die neue Orgel ein (Orgelweihe 13. Oktober 2002). Zur Jahrtausendwende lebten 4720 Menschen im Pfarrgebiet. 2007 wurde Mag. Alois Sosteric Pfarrer des Pfarrverbandes Liebenau St. Paul und St. Christoph in Thondorf und seit 01.09.2012 kam die Pfarre Graz Süd zum Pfarrverband Liebenau. Nach der Pensionierung von Pfarrer Sosteric wurde am 1.9.2018 Mag. Alois Kowald, Pfarrer von Graz St. Josef und Münzgraben, zum Administrator dieses Pfarrverbandes für ein Jahr bestellt. Mit 1.9.2019 startete der Seelsorgeraum Graz-Südost, zu dem die Pfarren St. Peter mit den Pfarrgemeinden Messendorf-Raaba, Autal und Hohenrain gehören. Zum Pfarrer wurde Dr. Stefan Ulz ernannt.